epOs-Verlag

 
 

Berger, Rolf

Die Kompositionsstile von John Lennon und Paul McCartney.

Dargestellt unter besonderer Berücksichtigung von Strawberry Fields und Penny Lane

 
epOs-Music, 212 Seiten, enthält zahlreiche Notenbeispiele
 
Bd. 12 in der Reihe "Osnabrücker Beiträge zur systematischen Musikwissenschaft" hrsg. v. Bernd Enders
 
Osnabrück 2006
ISBN 978-3-923486-81-6 (Buch)
ISBN 978-3-923486-82-3 (CD-ROM)

Printausgabe
20,00 €

CD-ROM
10,50 €


 
Auszug aus der Rezension von Stefan Drees in: Die Musikforschung 2009, Heft 3, S. 304/305:


"Es ist eine sehr positive Seite von Bergers Buch, diese Unterschiede //des Songwritings//
bis ins Detail hinein akribisch nachzuvollziehen, wodurch dem Autor zugleich ein analytisch
fundierter Beitrag zur Differenzierung der oftmals pauschalisierenden Aussagen zu Lennon und
McCartney gelingt."


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Kurzrezension von Edin Mujkanovic


"Öl allein ergibt noch längst keine Vinaigrette"


Rolf Bergers Dissertation: Die Kompositionsstile von John Lennon und Paul McCartney –
Dargestellt unter besonderer Berücksichtigung von Strawberry Fields Forever und Penny Lane.


Die Beatles gelten in doppelter Hinsicht als die künstlerisch einflussreichste sowie kommerziell
erfolgreichste Musikgruppe der letzten Dekaden. Sie bestimmten den Sound der »Swinging Sixties«,
waren der Garant für vielfältige musikalische Innovationen und übertrafen schon zu Beginn der
Karriere ihre Vorbilder und Konkurrenten an Charisma und Einfallsreichtum. Dass die Beatles
als popmusikalisches Phänomen und Gegenstand des allgemeinen Interesses bedeutend sind,
beweist die inzwischen unüberschaubare Anzahl an Publikationen, welche sich aber primär
biographisch-anekdotischen oder soziokulturellen Aspekten widmen. Fundierte wissenschaftliche,
auch deutschsprachige Auseinandersetzungen mit des Pudels Kern der »Fab Four«, ihrer Musik,
sind weiterhin Mangelware.
Rolf Berger schließt einen Teil der Lücke, indem er in seiner Studie die kompositorischen Merkmale
des kongenialen Autorenpaares Lennon und McCartney untersucht. Dabei berücksichtigt er das
Wesen der beiden so unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten und isoliert, auf der Grundlage
musikwissenschaftlicher Analyse, typische Eigenheiten der jeweiligen Personalstile.


Die Individualität der zwei Komponisten findet auch in konträren musikalischen Ergebnissen
ihren Niederschlag: Paul McCartney, charakterlich geprägt von Arbeitseifer, Fleiß, Ehrgeiz,
organisatorischer Stärke und Ausdauer, eignete sich schon früh musiktheoretische und
technische Kompetenz an und perfektionierte im Laufe der Jahre seine Fähigkeit, farbenreiche
und vielschichtige Musik in unterschiedlichsten Stilistiken zu schreiben. Sein kompositorischer
Ausgangspunkt ist stets die Melodie oder Harmonie, nicht etwa der Text. Traditionelle Tonleitern,
Dreiklänge und „klassische“ harmonische Verbindungen mittels Zwischendominanten und
diatonischen Quintfallsequenzen bilden McCartneys musikalische Basis.


Künstlerischer Ausdruck der innerlichen Befindlichkeit inklusive aller Schattenseiten und eine
intuitive, spontane, bisweilen chaotische Arbeitsweise zeichnen dagegen John Lennons Stil aus.
Dessen Texte in „Ich-Form“ beziehen sich in der Regel auf seine eigene Person. Im Gegensatz
zu McCartney ordnete dieser seine musikalischen Mittel durchweg dem Text und dessen Inhalt
unter, was äußerst unkonventionelle Melodik und Phrasenbildung, komplexe rhythmische Muster
und originelle harmonische Wendungen zur Folge haben konnte, die sich spätestens nach dem
Album Revolver vermehrt jeder funktionstheoretischen Analyse entziehen. Lennon zeigte daneben,
trotz technischer Unbedarftheit, einen innovativen Umgang mit exotischem Instrumentarium und
künstlichen verfremdeten Soundeffekten als strukturelle Bestandteile seiner Kompositionen.


Die musikalische Quintessenz beider Personalstile lässt sich besonders anschaulich anhand der
zwei detailliert untersuchten Kontrastsongs Strawberry Fields Forever von Lennon und Penny Lane
von McCartney verdeutlichen. So ungleich Lennon und McCartney arbeiteten und komponierten,
so entscheidend war der Synergieeffekt für den Erfolg der Beatles, der sich aus genau dieser
Kombination ergab. Ihr Produzent George Martin, der „fünfte Beatle“, erfand das treffende Bild
einer Sauce, die aus Öl und Essig angerührt wird. Die Frage nach der größeren Gewichtigkeit
eines der Zutaten erübrige sich, da nur eine ausgewogene Mischung beider Bestandteile die
Vinaigrette ergibt.
 

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