- 7 -Enders, Bernd: Die Klangwelt des Musiksynthesizers 
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1 Einführung

Was ist das überhaupt, ein Synthesizer? Ein geheimnisumwitterter Apparat,
ein vielseitiges Instrument oder nur eine Ansammlung von elektronischen
Bausteinen?

Nehmen wir die Antwort vorweg:

Er ist all das zugleich und es hängt letztlich nur von den Ideen, Wünschen und
Zielen desjenigen ab, der den Synthesizer zusammensetzt, bedient oder
spielt.
Wie bei jedem anderen Gerät oder Instrument (letzteres heißt nichts ande-
res als Gerät) liegt es ganz in der Hand des Menschen, was mit den Möglich-
keiten der zur Verfügung stehenden Technik geschieht. So wie der Hammer
beim Hausbau nützt, aber ebenso als Waffe mißbraucht werden kann, so
kann der Klang eines Musikinstruments ein künstlerisch hochwertiges Musik-
stück bereichern oder für primitive Klangklischees hergenommen werden.
Gleiches gilt für die Welt der elektronischen Klänge, die nicht selten als unmu-
sikalisch oder unnatürlich gebrandmarkt wurden und werden.

Genaugenommen ist der Synthesizer das Ergebnis einer Idee, nämlich der
Idee einiger experimentierfreudiger Musiker und Techniker, die mit Hilfe
der elektronischen Klangerzeugung beliebige Klangstrukturen realisieren
wollten. Der Musiker sollte seine persönliche Klangvorstellung und seine
individuellen musikalischen Wünsche hörbar machen können. Die Grenzen
der herkömmlichen musikalischen Instrumente mit ihren weitgehend unver-
änderlichen Klangfarben und Spieltechniken sollten überwunden werden.

Schon zu Anfang dieses Jahrhunderts hatten Leute wie Th. CAHILL und
L. THEREMIN versucht, elektronisch erzeugte Klänge musikalisch nutzbar
zu machen. Die weiterentwickelten Instrumente von M. MARTENOT und
F. TRAUTWEIN ermöglichten interessante künstlerische Ergebnisse, die, be-
sonders das Mixturtrautonium von O. SALA, zum Teil auch heute, trotz
computergesteuerter Synthesizer, mit ihrem eigentümlichen Klangreiz faszi-
nieren können.

Aber erst die Transistortechnik ermöglichte in den 60iger Jahren elektro-
nische Instrumente, die nicht nur kleiner und billiger, sondern auch vielseiti-
ger und störungsfreier waren als ihre Vorgänger. Technisch interessierte
Komponisten und musikalisch interessierte Techniker wie P. ZINOVIEFF,
D. BUCHLA, A. PEARLMAN, H. DEUTSCH und vor allem Dr. R. MOOG


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