- 241 -Fastenau, Volker: "...comme si on appuyait sur une sonette?" 
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beach, next to the Vermont. The director uses it to define a character, such as Chrissie’s hippie jargon [...]«641

641
Ebda., S. 64 f.

Ihrer Meinung nach gibt Malle mit den verschiedenen Akzenten und Sprachen denen das Wort, die normalerweise nicht zu Wort kommen, nämlich die, die am Rande der amerikanischen Gesellschaft leben, immer auf der Suche nach der Erfüllung des Traumes, die pursuit of happiness der kleinen Leute. Gleichzeitig sieht sie in der ›Polyphonie der Stimmen‹ (s. o.) und in den kommunikationslosen Dialogausschnitten ein Indiz für das Auseinanderklaffen von Traum und Wirklichkeit der Figuren im Film:

»The combination and counterpoint of words and music, different dialects, accents, and discourses emphasize Malle’s interest in giving a voice to those who are generally marginalized, unseen and unheard. Those voices talk to each other but sometimes do not communicate642

642
An dieser Stelle liegt offensichtlich ein Druckfehler vor.
only emphasizes the alienation of Malle’s protagonists and the distance between their dreams and harsh reality.«643
643
Ebda., S. 66

Durch die differenzierte akustische Zeichnung der einzelnen Personen erreicht Malle somit ein realistisches Porträt verschiedener Gesellschaftsschichten und ermöglicht einen faszinierenden Einblick in amerikanische Sprachidiome.

  Fazit

Die in der Einleitung erwähnten Stilmerkmale des Films – das Dokumentarische samt Widersprüchlichkeit der Bilder (und teilweise auch der Personen) und der relativ distanzierte Blick auf das Geschehen – werden von Malle auch auf der Tonebene weiterverfolgt. Da alle Takes bis auf den Abspann ihre Quelle im Bild haben, wirkt die Musik an keiner Stelle unnatürlich oder nicht nachvollziehbar. Diese Technik dient als Basis für die übrigen dramaturgischen Funktionen. Denn im Gegensatz zu ihrem Einsatz in Pretty Baby dient die Musik in Atlantic City, U.S.A. nicht ausschließlich als Milieustudie bzw. akustische Kennzeichnung eines Ortes. Dieses ist unter anderem durch das Genre bedingt, da es sich bei diesem Film, wie bereits eingangs erwähnt, um ein Gemisch aus mehreren verschiedenen Gattungen handelt. So ist beispielsweise der komödiantische Anteil in Atlantic City, U.S.A. recht hoch, womit die häufig eingesetzte ironische Kommentierung der Handlung seitens der Musik zu erklären ist.

Dieser ironische Blickwinkel in der Musik verbindet sich beispielsweise mit der akustischen Darstellung von bestimmten Personen und Milieus. So überspitzt Malle plakativ die Kennzeichnung einer Gruppe durch klischeehaften Einsatz der Musik, wie es im Falle von Chrissie oder Fred gezeigt wurde. Zugleich werden Ambitionen von Charakteren bzw. der Stadt selbst durch subtile Botschaften in der Musik persifliert. Dieses wird besonders am Beispiel der Free Jazz hörenden, den Kapitalismus huldigenden Zweckgemeinschaft von Sallys Arbeitskollegen als auch in


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