4.2.3. KaufhausmusikKaum betroffen von der Radio-Konkurrenz scheinen die Anbieter funktioneller Musik im Segment Kaufhausmusik zu sein. Vor allem Werbeblöcke – möglicherweise von konkurrierenden Firmen – und Wortbeiträge allgemein (als störende Elemente), disqualifizieren das reguläre Radioprogramm meist für einen Einsatz als Hintergrundmedium der Verkaufsflächen. Eigens produzierte Kaufhausmusik bietet den Vorteil eines Programms, das exakt auf die jeweiligen Häuser zugeschnitten ist. Das betrifft Musikauswahl, eigens produzierte Werbespots, Durchsagen usw. Etablierte Firmen wie Muzak oder DMX Music (Ex-Reditune) müssen sich den Markt hier jedoch mit spezialisierten Firmen wie Moodmedia62 oder P.O.S.-Radio63 (Point of Sale Radio) teilen, deren Angebot sich ausschließlich an den Handel richtet, und sich dementsprechend fokussierter (auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten) präsentieren kann. Moodmedia bietet beispielsweise neben dem Kerngeschäft Musik komplette Software-Lösungen für die Unternehmen an, P.O.S.-Radio wirbt mit umfangreichen Evaluationsmaßnahmen (»Gerade am P.o.S. muss Medialeistung messbar sein«64
Interessant ist in diesem Zusammenhang besonders Punkt 4, das »Verweildauer-Argument«. Obwohl die Kaufhausmusik von der Mitarbeiterin der Deutschen Bahn explizit als Vorbild für die Beschallung am Hauptbahnhof genannt wurde, hat sie auch festgestellt, dass durch die Beschallung offensichtlich die »Qualität für einen längeren Aufenthalt« gesenkt worden ist. Insgesamt müssen die Versprechungen über die Wirkung von Kaufhausmusik seitens der Anbieter höchst kritisch hinterfragt werden. Motte-Haber schreibt: »Das ist ein so umfangreicher Katalog von |