Forschungsergebnisse argumentierten die Anbieter funktioneller Musik
verstärkt damit, durch die Beschallung zwar keine absolute Leistungssteigerung zu
erreichen, jedoch Ermüdungsphasen entgegenzuwirken, das Leistungsniveau also auf einem
konstanten Level halten zu können. Motte-Haber bezeichnet jedoch die Wahrscheinlichkeit,
selbst solch eine »eingeschränkte« Musikwirkung bei der Arbeit zu erzielen, als äußerst
gering.53|
Vgl. Motte-Haber (1996) 223f.
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Gesichert scheint aber, dass Musik die allgemeine Arbeitszufriedenheit,
also die Einstellung gegenüber der Arbeitssituation, verbessern
kann:54|
Vgl. z. B. Kunz, S.:Musik am Arbeitsplatz (Fragmente 13), Wien 1991.
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»Bei der um 1970 auch in den Medien heftig geführten Diskussion
um die Frage derartiger ›akustischer Umweltverschmutzung‹ versuchten
Journalisten recht erfolglos, Arbeitnehmern negative Äußerungen über Musik
zu entlocken. Die Einstellung dazu ist so positiv, daß sich auch die
Gewerkschaften entschlossen haben, darin einen Beitrag zur Humanisierung
der Arbeitswelt zu
sehen.«55
Obwohl die Akzeptanz seitens der Beschäftigten also groß ist, scheint
funktionelle Musik allenfalls noch in Büroräumen eine Rolle zu spielen.
In Deutschland findet sich zurzeit kein Anbieter, der Fertigungshallen
beschallt.56 |
Ein relativ neuer Geschäftszweig von Muzak (bisher nur in den USA) ist das sog.
»Sound-Masking«, nicht durch Musik werden Geräusche überdeckt: »When it comes to
open offices, fewer distractions can equal improved productivity. Sound Masking renders
unintelligible workplace noise, such as voices, machines and ventilation systems. Restore
speech privacy in open offices, confidential privacy in closed offices, and your sanity in any
office.« Zit. nach: http://www.muzak.com/design/default2.asp.
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Susanne Kunz hat 1991 bemerkt, dass Arbeitnehmer in der Regel
Radioprogrammen gegenüber funktioneller Musik den Vorzug
geben.57
Sie begründet dies einerseits mit dem schlechten Ruf, der der funktionellen Musik
vorauseilt, andererseits damit, dass »die Arbeitskräfte, wenn sie schon tagaus, tagein
monotone Tätigkeiten vollführen, wenigstens aktuelle Musik und Informationen hören
wollen«.58
Arbeitsmusik aus dem Radio hat ihre eigene Tradition. Ein Vorreiter war die BBC
mit ihrer Sendereihe »Music While You Work«; 1940 zur Ankurbelung der
Waffenproduktion im 2. Weltkrieg gestartet, lief das Programm in England bis
1967.59 Seit der Öffnung
des Rundfunkmarktes60|
1985 wurden in München einem privaten Sender erstmals Rundfunkfrequenzen in Lizenz
überlassen. Das als Folge des »dritten Rundfunkurteils« des Bundesverfassungsgerichtes
(am 16.06.1981) eingeführte »duale System« wurde im Jahre 1987 im »Staatsvertrag zur
Neuordnung des Rundfunkwesens in Deutschland« kodifiziert.
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konkurrieren mit den Anbietern funktioneller Musik in Deutschland zunehmend
die Formatradios. Durch Programmdramaturgien, angepasst an übliche
Arbeitszeiten,61
oder auch durch speziell auf die Arbeitnehmerschaft zugeschnittene Telefon-Gewinnspiele,
bemühen sich die Sender zunehmend um eine Präsenz in der Arbeitswelt.
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