- 240 -Lehmann, Silke: Bewegung und Sprache als Wege zum musikalischen Rhythmus 
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und die Fortschritte der eigenen Fertigkeiten die Teilnehmenden zufrieden stellen können. Erwachsene neigen nicht nur dazu, sich selbst gegenüber recht kritisch zu sein, sie sind weniger als Kinder daran gewöhnt, in Frage gestellt, beurteilt oder korrigiert zu werden. In Bezug auf rhythmisch-metrisches Handeln muss festgestellt werden, dass die Grenzen innerhalb derer sich eine Aktion als ›gelungen‹ oder ›nicht gelungen‹ bewerten lässt, vergleichsweise eng verlaufen. Erwachsene, die spürbare Schwierigkeiten mit der Ausführung von Rhythmen haben, sind besonders auf Hilfestellung angewiesen. Lernschritte sollten so gestaltet werden, dass größtmögliche Aussicht auf erfolgreiches Handeln besteht. Um der individuell unterschiedlichen Ausstattung der Einzelnen gerecht zu werden, wird es sinnvoll sein, Aufgabenstellungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anzubieten.

Neben der Beobachtung unterschiedlicher rhythmischer Fähigkeiten fällt im Umgang mit Erwachsenen häufig auf, dass sie auch in freien Aufgabenstellungen gerne auf rhythmisch-metrische Muster zurückgreifen. Hier ist eine Rückbesinnung auf die grundlegenden Elemente von Spannung und Lösung erklärtes Unterrichtsziel. Die Kindern eigene Entdeckungslust und Experimentierfreude muss bei vielen Erwachsenen erst wieder freigelegt werden. Hier gilt es, im Unterricht Hilfestellungen zu geben, an frühes, positives Neugierverhalten wieder anzuknüpfen. Helfen werden dabei – nicht anders als im Umgang mit Kindern – ansprechende Stundenbilder, fantasie-anregende Vorgaben und reizvolle Materialien. Emotionale Anmutung durch musikalisches Tun steht auch hier im Mittelpunkt der Arbeit.

➢  In der Elementaren Musikpädagogik mit Erwachsenen muss berücksichtigt werden,

—  dass deren kognitive und motorische Fertigkeiten zwar ausgereift vorliegen, aber im Alltag anders beansprucht werden als beim Musizieren,

—  dass sie womöglich ein größeres Bedürfnis nach Kontrolle und Distanz haben,

—  dass sie sich selbst kritisch wahrnehmen und Misserfolge deutlich empfinden,

—  dass ihnen Rhythmen, die sich an einem regelmäßigen Grundschlag orientieren, vertrauter sind als freimetrisches Zeitgestalten.

9.7.2.  Stundenverlauf

Thema:

»Steine«
Steine als Ausgangspunkt rhythmischer Erfahrungen

Zielgruppe:

erwachsene Laien in einer stabilen Gruppe, die schon einige Erfahrungen im Umgang mit elementaren Instrumenten haben

Material:

mindestens doppelt so viele Steine wie Teilnehmende, besser mehr (s. u.)

Aufnahme:

Claude Debussy ›Arabesque‹ in E-Dur für Klavier

Instrumente:

Stabspiele, Rührtrommeln, Becken, Fingerzymbeln (s. u.)


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