- 99 -Müßgens, Bernhard: Musik und Angst 
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2.   Zeitlabyrinth, Musiktheater der Zukunft


2.1 Bernd Alois Zimmermann


Am 20. März 1918 wird Zimmermann in dem heute zu Erftstadt bei Köln gehörenden Dorf Bliesheim geboren. Mit dem Besuch der Volksschule beginnt 1925 der Klavierunterricht. Im Salvatorianerkolleg Kloster Steinfeld in der Eifel, das Zimmermann ab 1929 besucht, erhält er Unterricht in den theoretischen und praktischen Grundlagen der Musik, lernt alte Sprachen und findet Zugang zur Kultur der Antike. Als Internatsschüler wird er auf der Barockorgel der Basilika von Steinfeld in das Orgelspiel eingeführt. Nach der Schließung des Salvatorianerinternats durch die Nationalsozialisten wechselt er 1936 zum altsprachlichen Apostelgymnasium in Köln, wo er die Schulausbildung im März 1937 mit dem Abitur abschließt (Vgl. Konold, Bernd Alois Zimmermann 13).

     Nach dem halbjährigen Arbeitsdienst nimmt Zimmermann im Wintersemester 1937/38 in Bonn das Lehrerstudium mit dem Berufsziel Volksschullehrer auf. An der Kölner Musikhochschule beginnt er 1938 mit dem Schulmusikstudium. Die Einberufung zur Wehrmacht erfolgt. Als Pferdepfleger und Meldereiter nimmt Zimmermann ab 1939 an den Feldzügen nach Polen, Frankreich und Rußland teil. In Frankreich kommt er mit Partituren von Igor Strawinsky und Darius Milhaud in Berührung, die in Deutschland als "entartet" gelten. Wegen einer chronischen Hauterkrankung wird er 1942 aus der Wehrmacht entlassen und studiert in Köln Musikwissenschaft bis die Universität im Wintersemester 1943/44 geschlossen wird. In der Gesellschaft für Neue Musik der Universität Köln kommen 1943 erstmals Werke Bernd Alois Zimmermanns zur Aufführung. 1945 setzt Zimmermann das Schulmusikstudium fort, das er im Februar 1947 abschließt. Von wissenschaftlichen Plänen sieht er ab, um sich ganz dem Kompositionsstudium bei Philipp Jarnach zu widmen. Für den Hessischen Rundfunk arrangiert er Unterhaltungsmusik, er schreibt Werke für Schulfunksendungen und erste Hörspielmusiken. Während der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, die er ab 1948 besucht, wird sein Konzert für Orchester aufgeführt. Das Nebeneinander von Kompositionen zum Broterwerb und dem eigentlichen Schaffen bestimmt die folgenden Jahre. Die für Zimmermann charakteristische Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Stile zeichnet sich ab (Vgl. Konold, Bernd Alois Zimmermann 15).

     1950 wird Zimmermann Lektor für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Köln. In dasselbe Jahr fällt die Komposition des ersten Zwölf-


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