- 67 -Probst-Effah, Gisela (Hrsg.): Musikalische Volkskultur und elektronische Medien 
  Erste Seite (i) Vorherige Seite (66)Nächste Seite (68) Letzte Seite (270)      Suchen  Nur aktuelle Seite durchsuchen Gesamtes Dokument durchsuchen     Aktuelle Seite drucken Hilfe 

privaterer Hörmöglichkeiten.31

Vgl. Schepping, Wilhelm: Vorwort. In: Wilhelm Schepping (Hg.): Volksmusik und elektronische Medien. Protokoll der Arbeitstagung der Kommission für Lied-, Musik- und Tanzforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e. V. vom 17. bis 20.9.1978 in Bremen. Neuss 1979. S. 1–3; Klusen, Ernst: Elektronische Medien und musikalische Laienaktivität. Köln 1980, bes. S. 8–19; Bendix, Regina: Symbols and Sound, Senses and Sentiment: Notizen zu einer Ethnographie des (Zu-)Hörens. In: Rolf W. Brednich / Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongress in Karlsruhe 25.–29.9.1995. Münster u. a. 1997. S. 42–57, hier bes. S. 54.-->

31   Vgl. Schepping, Wilhelm: Vorwort. In: Wilhelm Schepping (Hg.): Volksmusik und elektronische Medien. Protokoll der Arbeitstagung der Kommission für Lied-, Musik- und Tanzforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e. V. vom 17. bis 20.9.1978 in Bremen. Neuss 1979. S. 1–3; Klusen, Ernst: Elektronische Medien und musikalische Laienaktivität. Köln 1980, bes. S. 8–19; Bendix, Regina: Symbols and Sound, Senses and Sentiment: Notizen zu einer Ethnographie des (Zu-)Hörens. In: Rolf W. Brednich / Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongress in Karlsruhe 25.–29.9.1995. Münster u. a. 1997. S. 42–57, hier bes. S. 54.

Die breitenwirksame Entwicklung dieser Medien ist zu einem wesentlichen Faktor für den Umgang mit Musik, ihre Perzeption und ihre symbolische Einkleidung geworden. Sie

vermitteln vokale und instrumentale Interpretationsmodelle und nehmen dadurch nicht nur Einfluss auf die Objektivationen, sondern auch auf die Darstellungsstile. In beider Beziehung üben sie eine geschmacks- und stilbildende Wirkung aus.32

Klusen, Ernst: Zur Theorie, Strategie und Taktik volkskundlicher Erforschung elektronischer Medien. In: Wilhelm Schepping (Hg.) (wie Anm. 31), S. 60–74, hier S. 62.

-->
32   Klusen, Ernst: Zur Theorie, Strategie und Taktik volkskundlicher Erforschung elektronischer Medien. In: Wilhelm Schepping (Hg.) (wie Anm. 31), S. 60–74, hier S. 62.

Die mediale Orientierung breiter Bevölkerungskreise ist jedoch ebenso wie deren sekundäre Oralität ein wichtiger Ansatzpunkt für eine zeitgemäße volkskundliche und ethnomusikologische Feldforschung.33

Baumann (wie Anm. 3), S. 31; zu Begriff und Sache der sekundären Oralität siehe Blaukopf, Kurt: Mediamorphosis and Secondary Orality: A Challenge to Cultural Policy. In: Max Peter Baumann (Hg.): World of Music, Musics of the World. Wilhelmshaven 1992, S. 19–36.-->

33   Baumann (wie Anm. 3), S. 31; zu Begriff und Sache der sekundären Oralität siehe Blaukopf, Kurt: Mediamorphosis and Secondary Orality: A Challenge to Cultural Policy. In: Max Peter Baumann (Hg.): World of Music, Musics of the World. Wilhelmshaven 1992, S. 19–36.

Solchermaßen präformierte Personen können als musikalische Akteure wiederum Quellen der Forschung werden, was von dieser angemessen in Rechnung gestellt werden muss.

Die Omnipräsenz der modernen Medien prägt zudem unser Verhältnis zu Ton- und Bilddokumenten grundsätzlich. Unsere Umgangsformen und unsere Perzeptionsweisen haben sich längst auf die medialen Bild- und Tonwelten als einem neuen Umweltfaktor unseres Alltagslebens eingestellt. Dieses Arrangement führt dazu, dass wir medialen Tönen und Bildern mit hoher Selbstverständlichkeit begegnen – und einen Teil davon gelegentlich auch selbst produzieren (mit Fotoapparat und Videokamera). Ein alltagspsychologischer Effekt hiervon/daraus ist, dass damit der persuasive Gestus der Unmittelbarkeit, den die medialen Angebote transportieren, im Normalfall als ein Wirklichkeit vermittelndes Angebot akzeptiert wird.

Für die Wissenschaft bleibt es jedoch Aufgabe, auch hier ein reflexives Verhältnis und kritische Aufmerksamkeit zu wahren, um neben der allfälligen kulturellen Vermitteltheit von Bildern und Tönen auch deren zunehmend listige technische Vermitteltheit im Blick zu behalten.


Erste Seite (i) Vorherige Seite (66)Nächste Seite (68) Letzte Seite (270)      Suchen  Nur aktuelle Seite durchsuchen Gesamtes Dokument durchsuchen     Aktuelle Seite drucken Hilfe 
- 67 -Probst-Effah, Gisela (Hrsg.): Musikalische Volkskultur und elektronische Medien