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privaterer
Hörmöglichkeiten.31
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Vgl. Schepping, Wilhelm: Vorwort. In: Wilhelm Schepping (Hg.): Volksmusik und
elektronische Medien. Protokoll der Arbeitstagung der Kommission für Lied-, Musik- und
Tanzforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e. V. vom 17. bis 20.9.1978
in Bremen. Neuss 1979. S. 1–3; Klusen, Ernst: Elektronische Medien und musikalische
Laienaktivität. Köln 1980, bes. S. 8–19; Bendix, Regina: Symbols and Sound, Senses
and Sentiment: Notizen zu einer Ethnographie des (Zu-)Hörens. In: Rolf W. Brednich /
Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher
Volkskundekongress in Karlsruhe 25.–29.9.1995. Münster u. a. 1997. S. 42–57, hier bes. S. 54.-->
Die breitenwirksame Entwicklung dieser Medien ist zu einem wesentlichen Faktor für den Umgang mit Musik, ihre Perzeption und ihre symbolische Einkleidung geworden. Sie
vermitteln vokale und instrumentale Interpretationsmodelle und nehmen dadurch nicht nur Einfluss auf die Objektivationen, sondern auch auf die Darstellungsstile. In beider Beziehung üben sie eine geschmacks- und stilbildende Wirkung aus.32 Klusen, Ernst: Zur Theorie, Strategie und Taktik volkskundlicher Erforschung elektronischer Medien. In: Wilhelm Schepping (Hg.) (wie Anm. 31), S. 60–74, hier S. 62.
Die mediale Orientierung breiter Bevölkerungskreise ist jedoch ebenso wie deren sekundäre Oralität ein wichtiger Ansatzpunkt für eine zeitgemäße volkskundliche und ethnomusikologische Feldforschung.33 Baumann (wie Anm. 3), S. 31; zu Begriff und Sache der sekundären Oralität siehe Blaukopf,
Kurt: Mediamorphosis and Secondary Orality: A Challenge to Cultural Policy. In: Max Peter
Baumann (Hg.): World of Music, Musics of the World. Wilhelmshaven 1992, S. 19–36.-->
Solchermaßen präformierte Personen können als musikalische Akteure wiederum Quellen der Forschung werden, was von dieser angemessen in Rechnung gestellt werden muss. Die Omnipräsenz der modernen Medien prägt zudem unser Verhältnis zu Ton- und Bilddokumenten grundsätzlich. Unsere Umgangsformen und unsere Perzeptionsweisen haben sich längst auf die medialen Bild- und Tonwelten als einem neuen Umweltfaktor unseres Alltagslebens eingestellt. Dieses Arrangement führt dazu, dass wir medialen Tönen und Bildern mit hoher Selbstverständlichkeit begegnen – und einen Teil davon gelegentlich auch selbst produzieren (mit Fotoapparat und Videokamera). Ein alltagspsychologischer Effekt hiervon/daraus ist, dass damit der persuasive Gestus der Unmittelbarkeit, den die medialen Angebote transportieren, im Normalfall als ein Wirklichkeit vermittelndes Angebot akzeptiert wird. Für die Wissenschaft bleibt es jedoch Aufgabe, auch hier ein reflexives Verhältnis und kritische Aufmerksamkeit zu wahren, um neben der allfälligen kulturellen Vermitteltheit von Bildern und Tönen auch deren zunehmend listige technische Vermitteltheit im Blick zu behalten. |