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sind begehrte Mitbringsel und werden in der Diaspora
getauscht und verborgt. Außerdem ist Musik aus Nepal online verfügbar;
sogar Musikvideos lassen sich herunterladen, allerdings nur in schlechter
Qualität.1
http://www.nepalisongs.wnso.org/ (traditionelle Musik, Seite der Worldwide Nepalese
Students’ Organisation); http://www.cybernepal.com.np (moderne Musik-Videos); http://www.gorkhali.com/ (Folksongs, auch Videos, Seite der nepalesischen Diaspora mit
Sitz in Fremont, USA); http://www.sagarmatha.mos.com.np/ntvarchive/extCalendar.php
(Volksmusik-Programm des privaten TV-Senders Channel Nepal auf der Nachrichtenseite
Nepalnews.com; Lok Dohori: jeweils Donnerstag 7:20 bis 8:00 Uhr, jederzeit downloadbar);
http://www.musicnepal.com (Homepage des privaten Labels Music Nepal, bietet
auch Video-Downloads); http://www.nepalisite.com/videos/music\_videos1.html (moderne
Musikvideos mit ethnischen Elementen). Einen guten Überblick bietet: http://www.nepalvista.com/cat/arts.html.-->
Diese medialen Vorbilder beeinflussen die musikalische Praxis der Migrantinnen und Migranten. Besonders unter den Flüchtlingen, die verstärkt seit ca. fünf Jahren nach Österreich kommen, finden sich viele Musikantinnen und Musikanten, Tänzerinnen und Tänzer.2 Die Nepalesen verfügen in Österreich über eine Vereins-Infrastruktur: Asylwerber sind vor
allem im Nepalesischen Kultur- und Sozialverein vertreten, der älteste Verein heißt ANA
(Association of Nepalese in Austria); Sagarmatha und NRN (Nonresident Nepalese) sind
weitere Vereine der Auslandsnepalesen, letzterer knüpft an ein internationales Netzwerk
an. Einen unverzichtbaren Hintergrund für die kulturellen Aktivitäten der Migrantinnen
und Migranten stellt die ethnische Gastronomie dar. Zurzeit existieren zwei nepalesische
Restaurants in Wien.-->
Diese sozialen Beziehungen helfen mir bei der Abschätzung der Bedeutung der Volksmusik-Videos.3 Ich möchte mich an dieser Stelle ganz besonders herzlich beim Musiker und Tänzer Raju
Gurung bedanken.-->
Vor sechs Jahren lernte ich Bukun Gandharba kennen, als er auf einer Ferienmesse in Wien auftrat. Er spielt die nepalesische Fidel Sarangi und unternahm bereits mehrere internationale Tourneen. Bukun hat fünf CDs aufgenommen. In Kathmandu tritt er täglich in einem noblen Restaurant auf. In musealem Ambiente werden zu nepalischen Speisen traditionelle Tänze und Volksmusik vorgeführt. Die Sarangi wird in Nepal von Angehörigen einer »unberührbaren« Musikerkaste gespielt, früher bekannt unter der pejorativen Bezeichnung Gaine (Sänger), heute nennen sie sich selbstbewusst Gandharba (himmlische Musikanten). Bei meinem Aufenthalt in Nepal im August und September 2003 erteilte Bukun mir täglich Sarangi-Unterricht. Der Aufenthalt war überschattet von politischen Unruhen. Im Vertrauen auf den schon fast ein Jahr währenden Waffenstillstand war ich mit meiner Familie nach Nepal geflogen. Doch wenige Tage nach der Einreise wurde der Waffenstillstand gebrochen und erneut der Ausnahmezustand ausgerufen. Unter diesen Bedingungen eingeschränkter Mobilität interessierte ich mich für die ökonomische Situation nepalesischer Musiker. Dabei legte ich eine private Medien-Sammlung mit Audio-Kassetten, CDs und DVDs an, letztere sollen hier im Zentrum meiner Betrachtungen stehen. In Verbindung mit allgemeinen Überlegungen zum politisch-ökonomisch-kulturellen Kontext nepalesischer Musik, der Entstehung und dem Wandel einer nepalesischen Musikindustrie analysiere ich Volksmusik-Videos, die ich in ihrer Eigenschaft als Realitätsausschnitte befrage.4 Besonders hervorheben möchte ich hier eine ethnographische Untersuchung über den
Stellenwert von Medien in der musikalischen Praxis in Nepal: s. Grandin 1989.-->
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