dieser Differenz pflegt. Medium und Form wird in diesem Abschnitt in drei Teilen
beschrieben: (1) Medium, (2) Form, (3) Medium und Form.
3.3.3.1 Medium
Zum Medium schreibt Luhmann mit Fritz Heider: »Um Relativität und
Evolutionsfähigkeit zu betonen, wollen wir Medien durch ein hohes Maß
an Auflösungsvermögen mit Aufnahmefähigkeit für Gestaltfixierungen
kennzeichnen.«119 |
119 Luhmann (1986, S. 6).
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Wobei in einem Theoriegebäude, das auf Differenz baut, Fixierung immer nur als
(paradoxe) Einheit der Differenz Form/Medium zu denken ist. Das Medium ist in dieser
Konstellation empfänglich für Formen und auf Formen angewiesen.
»Medien bestehen immer aus sehr vielen Elementen, und zwar aus so vielen,
daß jede Wahrnehmung und jede operative Kombination selektiv vorgehen
muß. [...] Kein Medium bildet nur eine einzige Form, denn dadurch würde es
als Medium aufgesogen werden und verschwinden.«120
Medien definiert Luhmann als lose verknüpfte Elemente. »Medien bestehen aus
Elementen
bzw., in der Zeitdimension, aus Ereignissen, aber diese Elemente sind nur sehr lose
verknüpft.«121
Und, analog den Medientheorien, Medien lassen sich unmittelbar nicht
beobachten. »Das Medium selbst ist zu diffus, um Aufmerksamkeit zu
finden.«122
Lose Kopplung kann in sachlicher und in zeitlicher Hinsicht verstanden
werden. Sachlich ist dann gemeint, wenn viele festere Kopplungen in Betracht
kommen und jede Formbildung eine Selektion erfordert, zeitlich kann unter
einem Medium eine Bedingung für mögliche Übertragungen verstanden werden.
Medien sind nur an der Kontingenz der Formbildung erkennbar, die sie
ermöglichen.123
Ergänzend zu diesen Bestimmungen des Medienbegriffs macht Peter Fuchs darauf
aufmerksam, daß Medien eine Hintergrundaktivität entfalten.
»Die Außensensibilität von Medien (Zeitanfälligkeit, Formbarkeit) führt, wenn
die Mediummasse groß genug ist [...], zu einem Phänomen, das wir die ›Hintergrundaktivität‹
des Mediums nennen wollen. Wenn die Form bezeichnet wird, invisibilisiert
sich das Medium, aber ist so da, daß in ihm vielerlei geschieht, das sich im
Moment nicht (nicht simultan) sehen läßt.«124 |
124 Fuchs (1994, S. 23) Zur Zeitdimension merkt Fuchs an gleicher Stelle an: »Man sieht
die Vase, typisch nicht den Ton, es sei denn: Man wechselt die Referenz, aber
dann
verschwindet die Vase«.
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Das folgende Kapitel 4 »Recording als Medium« soll durch die Beschreibung
der beiden
unterschiedlichen Aufzeichnungstechnologien Schallplatte und Tonband, als Medium
(Luhmann), mit den darin sich je spezifisch entfaltenden Formen der Medienmusik u.a.
diese These plausibel machen.
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