- 52 -Klages, Thorsten: Medium und Form - Musik in den (Re- )Produktionsmedien 
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dieser Differenz pflegt. Medium und Form wird in diesem Abschnitt in drei Teilen beschrieben: (1) Medium, (2) Form, (3) Medium und Form.
3.3.3.1 Medium

Zum Medium schreibt Luhmann mit Fritz Heider: »Um Relativität und Evolutionsfähigkeit zu betonen, wollen wir Medien durch ein hohes Maß an Auflösungsvermögen mit Aufnahmefähigkeit für Gestaltfixierungen kennzeichnen.«119

119 Luhmann (1986, S. 6).
Wobei in einem Theoriegebäude, das auf Differenz baut, Fixierung immer nur als (paradoxe) Einheit der Differenz Form/Medium zu denken ist. Das Medium ist in dieser Konstellation empfänglich für Formen und auf Formen angewiesen.

»Medien bestehen immer aus sehr vielen Elementen, und zwar aus so vielen, daß jede Wahrnehmung und jede operative Kombination selektiv vorgehen muß. [...] Kein Medium bildet nur eine einzige Form, denn dadurch würde es als Medium aufgesogen werden und verschwinden.«120

120 Ebd. (S. 7).

Medien definiert Luhmann als lose verknüpfte Elemente. »Medien bestehen aus Elementen bzw., in der Zeitdimension, aus Ereignissen, aber diese Elemente sind nur sehr lose verknüpft.«121

121 Ebd.
Und, analog den Medientheorien, Medien lassen sich unmittelbar nicht beobachten. »Das Medium selbst ist zu diffus, um Aufmerksamkeit zu finden.«122
122 Ebd.
Lose Kopplung kann in sachlicher und in zeitlicher Hinsicht verstanden werden. Sachlich ist dann gemeint, wenn viele festere Kopplungen in Betracht kommen und jede Formbildung eine Selektion erfordert, zeitlich kann unter einem Medium eine Bedingung für mögliche Übertragungen verstanden werden. Medien sind nur an der Kontingenz der Formbildung erkennbar, die sie ermöglichen.123
123 Vgl. KdG (S. 168).
Ergänzend zu diesen Bestimmungen des Medienbegriffs macht Peter Fuchs darauf aufmerksam, daß Medien eine Hintergrundaktivität entfalten.

»Die Außensensibilität von Medien (Zeitanfälligkeit, Formbarkeit) führt, wenn die Mediummasse groß genug ist [...], zu einem Phänomen, das wir die ›Hintergrundaktivität‹ des Mediums nennen wollen. Wenn die Form bezeichnet wird, invisibilisiert sich das Medium, aber ist so da, daß in ihm vielerlei geschieht, das sich im Moment nicht (nicht simultan) sehen läßt.«124

124 Fuchs (1994, S. 23) Zur Zeitdimension merkt Fuchs an gleicher Stelle an: »Man sieht die Vase, typisch nicht den Ton, es sei denn: Man wechselt die Referenz, aber dann verschwindet die Vase«.

Das folgende Kapitel 4 »Recording als Medium« soll durch die Beschreibung der beiden unterschiedlichen Aufzeichnungstechnologien Schallplatte und Tonband, als Medium (Luhmann), mit den darin sich je spezifisch entfaltenden Formen der Medienmusik u.a. diese These plausibel machen.


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