einige Aktionen beschrieben, die am Hamburger Hauptbahnhof
stattfanden. Die letzen beiden genannten nahmen auch direkt auf die Musik-Beschallung
Bezug.43
»Die Kunden in der Wandelhalle reagierten teils entsetzt, teils empört, in der Regel jedoch gehorsam auf die erteilten Platzverweise. Einige versuchten ihre Einkäufe in den Geschäften zurückzugeben, andere waren völlig verstört darüber, festzustellen, wie ein Platzverweis ihnen (den realen Verhältnissen entsprechend) nicht nur das Betreten des Hauptbahnhofs, sondern kompletter innerstädtischer Zonen auf Wochen untersagte.«45
Im Februar 2001 wurde in der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofs von der Gruppe »Urban Panic« die Aktion »Sicherheit jetzt!« durchgeführt, welche die Kontrollszenarien vor Ort gleichzeitig thematisieren und parodieren sollte. Getarnt als fiktive Bürgerinitiative »Sicherheit jetzt!« rückte »Urban Panic« am Hauptbahnhof gleich mit eigenem privaten (uniformierten) Sicherheitsdienst an, der »Mobilen Kamera Einheit« (MKE). Verbal und mit Handzetteln forderte »Sicherheit Jetzt!« eine weitere Verschärfung der Sicherheits-, Ordnungs- und Sauberkeitsmaßnahmen, während die MKE, die mit Walkie-Talkies und Videokameras ausgestattet war, in aufdringlichster Weise Passanten verfolgte und sie permanent filmte. Nachdem die echten Sicherheitsdienste auf die fiktive Bürgerinitiative aufmerksam geworden waren, konnten diese (nach einer kurzen Phase der Verunsicherung) im Gespräch davon überzeugt werden, dass »Sicherheit jetzt!« – ebenso wie die Sicherheitsinstanzen des Bahnhofs – lediglich an der Gewährleistung von Sicherheit und Sauberkeit interessiert sei.
»Nachdem sich der Sicherheitsdienst der Wandelhalle mit der Einsatzzentrale abgesprochen hatte, wurde der MKE sogar die Ausübung des Hausrechts für den Nachmittag überlassen. (...) Trotz der immer aufdringlicher werdenden ›Kontrollmaßnahmen‹ durch die MKE bis hin zur Gepäckuntersuchung |