- 28 -Klußmann, Jörg: Musik im öffentlichen Raum 
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gesellschaftlich-kommunikative
Funktionen

individuell-psychische Funktionen



  • sakrale Funktionen
  • Repräsentations- bzw. Glorifizierungsfunktionen
  • Festlichkeitsfunktionen
  • Funktionen der Bewegungsaktivierung
  • gemeinschaftsbindende, gruppenstabilisierende Funktionen
  • erzieherische Funktionen
  • gesellschaftskritische Funktionen
  • Verständigungsfunktionen
  • Kontaktfunktionen
  • Funktionen der Selbstverwirklichung

  • emotionale Kompensationsfunktion
  • Funktion der Einsamkeitsüberbrückung
  • Konfliktbewältigungsfunktion
  • Entspannungsfunktion
  • Aktivierungsfunktion
  • Unterhaltungsfunktion





Während Rösings Funktionskategorien eher phänomenologisch angelegt sind, sich an einer Musikpraxis orientieren, schlägt Eggebrecht in seinen Ausführungen »Funktionale Musik« (1973), die den gleichnamigen Begriff4

4
Zunächst wurde »funktionelle Musik« als spezielle Form der »funktionalen Musik« verstanden, heute werden die Begriff jedoch meist synonym verwendet bzw. unter dem Begriff »funktionelle Musik« subsumiert.
in systematisierter Form in das musikwissenschaftliche Vokabular einführen, eine Unterteilung vor, welche Funktionalität stärker in Beziehung setzt zum musikalischen Werkbegriff: Demnach existieren drei Funktionsebenen, die innerhalb des »Sachbereichs Musik« (Eggebrecht) wirksam werden:

  1. musikimmanente Funktionalität, (»es fungiert die Sache«)
  2. intentionale Funktionalität, (»es fungiert die Sache intentional«)
  3. soziologische Funktionalität (»es fungiert das intendierte Fungieren oder – wie bei autonomer Musik – Nichtfungieren der Sache«)5
    5
    Vgl. Eggebrecht (1973) 2.

Didaktisch nicht unproblematisch formuliert (und damit eine ideale Quelle von Missverständnissen),6

6
Vgl. z. B. Rösings etwas abweichende Interpretation, Rösing (1997), Musik im Alltag, 119.
möchte ich Eggebrechts Modell ein wenig näher erläutern. Die drei Ebenen bewegen sich chronologisch vom kleinsten Bezugsrahmen (musikalische Kompositionsprinzipien) zum größten (gesellschaftliche Implikationen), gewissermaßen von einer Mikro- über eine Makro- hin zu einer Metaebene. So wirken in einem beliebigen Walzer des 19. Jahrhunderts beispielsweise auf der ersten Ebene bestimmte musikalischen Normen – etwa ein durchgehender 3/4 Takt, Kadenzharmonik usw. Auf der zweiten Ebene funktioniert der Walzer als das, was er

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