- 31 -Klußmann, Jörg: Musik im öffentlichen Raum 
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des Muzak-Konzerns als exemplarisch werten möchte.16
16
Vgl. Kapitel 4.3.
Die größte Bedrohung für funktionelle Musik und ihre Hersteller sind nicht etwa ihre Kritiker, sondern die bereits oben erwähnten Formatradios, deren Programmdramaturgien gleichfalls nach streng funktionalen Kriterien erstellt werden. Schon Eggebrecht macht darauf aufmerksam, dass jegliche Musik, artifizielle eingeschlossen, für bestimmte Zwecke funktionalisiert werden kann,17
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Vgl. Eggebrecht (1973) 5.
wie das Beispiel Hamburger Hauptbahnhof anschaulich demonstriert. Und so tritt an die Stelle der speziell produzierten funktionellen Musik bei den Anbieterfirmen zunehmend ein nach funktionalen Kriterien zusammengestellter Musikmix bekannter Originalaufnahmen nach Vorbild der Formatradios. Ohnehin ist der Begriff der »funktionellen Musik« weniger an bestimmte musikalische Genres geknüpft, sondern eher an ihre Einsatzorte. So findet sich in MGG beispielsweise folgende Definition:

»Unter funktioneller Musik(...) wird Musik verstanden, die ausschließlich zur Verwendung in Geschäften, Einkaufszentren, Produktionsstätten, Büroarbeitsplätzen, Wartesälen, Gaststätten und Hotels hergestellt wird.«18

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Rösing/Bruhn (1997) 1583.

Aus diesem Grunde schlägt Helga de la Motte-Haber vor, stattdessen den umgangssprachlichen Terminus »Hintergrundmusik« zu verwenden:

»Der Ort, an dem Hintergrundmusik erklingt, entscheidet über ihre Funktion und die Art der Zuwendung des Hörers. Es ist daher sinnvoll, Hintergrundmusik nicht nach musikalischen Gesichtspunkten zu differenzieren, sondern nach den Orten, an denen sie erklingt.«19

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Motte-Haber (1996) 216.

Der Begriff »Hintergrundmusik« beschreibt also eher eine konkrete Rezeptionssituation, die ganz einfach dadurch definiert ist, dass der erklingenden Musik keine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Sie spielt sich eben im Hintergrund ab. Hintergrundmusik beschränkt sich nicht auf das Angebot der Berieselungsindustrie.20

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Ich verwende die Termini »Berieselungskonzerne« oder »Berieselungsindustrie« im folgenden als Synonyme für »Anbieter funktioneller Musik«, u. a. auch um eine Abgrenzung zu ermöglichen zu weiteren Formen funktioneller Musik, z. B. Handy-Klingeltöne.
Der Begriff schließt beispielsweise auch die Live-Begleitung eines Geigers in einem Restaurant ein oder auch den privaten Musikkonsum während der Ausübung anderer Tätigkeiten (etwa beim Abwaschen, Autofahren, Lernen, Sex usw.). Damit orientiert sich der Begriff stark an zeitgenössischer Musikpraxis – Musikhören als Nebenbeschäftigung überwiegt zumindest quantitativ stark gegenüber bewusstem, konzentriertem Hören. Dies illustrieren beispielsweise Franz und Klingler mit ihrer Studie zur Verweildauer der Hörfunknutzer im durchschnittlichen Tagesprogramm eines privaten Formatradios: 45 Minuten beim Essen, 25 Minuten

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