- 32 -Klußmann, Jörg: Musik im öffentlichen Raum 
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bei der Körperpflege, 135 Minuten bei Arbeiten im Haus, 250 Minuten bei Arbeiten außer Haus, 64 Minuten beim Autofahren, 102 Minuten bei der Ausübung verschiedener Freizeittätigkeiten.21
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Vgl. Franz, G./Klingler, W.: (1991): Hörfunk zu Beginn der 90er Jahre. Trends und Analysen. In Media Perspektive 8, S. 537–552.

Ob man die Klassik am Hamburger Hauptbahnhof nun besser als »Hintergrundmusik« oder aber als »funktionelle Musik« bezeichnen sollte, hängt davon ab, welcher Aspekt des Phänomens im Fokus der Untersuchung steht. Konzentriert man sich auf die Rezeptionssituation, dann leistet der erste Begriff gute Dienste. Vernachlässigt wird durch den Terminus selbst jedoch der funktionelle Charakter des Erklingenden. Denn dieser lässt sich auch hier leicht festmachen, obwohl es sich um originär artifizielle Musik handelt: funktioneller Natur sind in diesem Falle nicht die einzelnen Werke, sondern der »music-stream«22

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Vgl. Kapitel 6.2.1.
und seine Beschaffenheit in Auswahl und Anordnung des Materials. Durch die Permanenz der Beschallung eröffnet sich noch ein weiterer Aspekt des Phänomens, auf den durch keinen der beiden Begriffe adäquat verwiesen wird: der raumgestaltende Charakter der Musik. Dadurch, dass sie ständig erklingt, verschmilzt sie mit den architektonischen Gegebenheiten. Ein Reisender kann sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt zum Hauptbahnhof begeben – die Musik ist stets da, genauso wie das Vordach zur Wandelhalle und die Treppen zu den U-Bahn-Stationen. Auf den Aspekt eines »Verschmelzens mit der Umgebung« verweist – konnotativ – der englische Terminus »environmental music«.23
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Vgl. Toop (2001) 260.
Dieser Begriff meint nicht explizit das Angebot der Berieselungindustrie (also funktionelle Musik) sondern Musikkonzepte, die auf eine gegenseitige Durchdringung von Musik und Umwelt aus sind. Darunter fallen – im weiteren Sinne – auch eine Reihe ästhetischer Konzepte des späten 19. und 20. Jahrhunderts: Erik Saties »Musique d’Ameublement«24
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Vgl. Kapitel 4.5.
, der italienische Futurismus (z. B. Luigi Russolo, u. a.), »Musique Concrète« usw. Zusammengefasst liegen also drei Begriffe vor, die jeweils tendenziell bei ihrer Anwendung auf die Klassik am Hamburger Hauptbahnhof unterschiedliche Ebenen des Phänomens betonen:

  1. funktionelle Musik – Arrangement/Auswahl der Playlist
  2. Hintergrundmusik – Rezeptionssituation
  3. »environmental music« – raumgebende, »architektonische« Qualität

Da alle Aspekte für eine Einordnung des Phänomens relevant sind, möchte ich bei der Diskussion möglicher Wirkungsweisen (in Kapitel 6.2) mit allen drei Begriffen operieren, auch wenn die Musikbeschallung mit Werksfragmenten der klassischen Musik weder eine funktionelle Musik noch eine »environmental music« im herkömmlichen Sinne darstellt. Ich möchte bei der Diskussion der Wirkung der Musikbeschallung (Kapitel 6.2) den Versuch unternehmen, in freier Anlehnung an Eggebrechts drei Funktionsebenen, unterschiedliche Dimensionen aufzuzeigen, welche mögliche Effekte der Beschallung greifbar machen sollen. Gleichzeitig bietet solch eine Systematik den Vorteil, einigen Vorurteilen (z. B »Junkies mögen keine


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