- 33 -Klußmann, Jörg: Musik im öffentlichen Raum 
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Klassik«) differenzierter begegnen zu können. Denn eine Wirkung der Musikbeschallung ist sicher: sie besitzt die Fähigkeit, die Fantasie anzuregen.

4.2.  Erscheinungsformen funktioneller Musik

Der Versuch, die Erscheinungsformen funktioneller Musik systematisch zu erfassen, birgt einige Schwierigkeiten. Das hängt einerseits zusammen mit unterschiedlich weit gefassten Begriffen von »funktioneller Musik«, andererseits sind sie bedingt durch das geändertes Angebot der Berieselungskonzerne. Etablierte Firmen wie Muzak vertreiben kaum noch die berüchtigte »Fahrstuhlmusik«, die sich vor allem durch verwässerte Arrangements bekannter Titel und ein beschnittenes Frequenzband auszeichneten, sondern überwiegend Originalaufnahmen.25

25
Vgl. Kapitel 4.3.
Somit verwischt zunehmend die Grenze zu den privaten Formatradios, die Musik in einer ähnlichen Form vermitteln und in vielen Bereichen den etablierten Anbietern funktioneller Musik den Rang abgelaufen haben dürften (z. B. in der Arbeitswelt). Das Konzept der Formatradios stammt aus den USA, wo die Zwänge eines – von Beginn an – kommerziellen Hörfunkmarktes eine an Zielgruppen orientierte Segmentierung des Rundfunks nach marktwirtschaftlichen Kriterien beförderte. Dazu spielt bei den privaten Formatradios die Analyse des Hörerverhaltens (arbitrons) bzw. die Akzeptanzzahlen (ratings) die entscheidende Rolle bei der Programmgestaltung. In den 1970er und 1980er Jahren haben sich in den USA einige Hauptformate herausgebildet:
  • AC Adult Contemporary
  • CHR Contemporary Hit Radio
  • Ctry Country
  • UC Urban Contemporary
  • MOR Middle-of-the-road
  • EL Easy Listening26
    26
    Vgl. Burow (1998) 182f.

Nachdem in Deutschland anfangs versucht wurde, die amerikanischen Formate unverändert zu übernehmen, bildeten sich bald modifizierte Sendeformate, angepasst an deutsche bzw. europäische Hörgewohnheiten.27

27
Vgl. Burow (1998) 186.
Bestand in den 1980er Jahren der Hauptunterschied zwischen Formatradios und funktioneller Musik noch darin, dass letztere fast ausschließlich instrumental arrangiert war, so überwiegen heute eher die Gemeinsamkeiten. Allen voran die Hörweise: wie die funktionelle Musik werden Formatprogramme fast immer nebenbei als Hintergrundmusik gehört, die Lautstärke übersteigt oft nur leicht die Wahrnehmungsschwelle.28
28
Vgl. Münch (1991) 126.
Vor allem die

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