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Erreicht werden soll bei der funktionellen Musik bestmögliches »Funktionieren« der
Arbeiter selbst, kritisches Potential
(wie etwa bei den Worksongs) soll durch eine allg. »Harmonisierung« unterbunden
werden.44
Die Geschichte funktional eingesetzter Musik in der Arbeitswelt beginnt jedoch nicht
erst mit ihrer technischen Vermittelbarkeit. Dokumentiert sind verschiedene
Vorläuferformen, die sich dadurch auszeichnen, dass Musik von außen bewusst in die
Arbeitssituation eingebracht wird, um die Leistung zu steigern. Zu nennen
wären die Funktionalisierung von Musik in europäischen Manufakturen im 15.
Jahrhundert45
und die Versuche jesuitischer Missionare (Mitte 17. Jh.), mit Musik
die Abneigung der Indios manuellen Tätigkeiten gegenüber zu
überwinden46 .
Ebenso in diesen Zusammenhang fallen die
»ragtime-laundries«47|
Vgl. Uhrbrock, R.: Music on the job, Its influence on worker moral and production. Personal
Psychology, 14, 1961, S. 9–38.
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(um 1900) und jene Bands, die in den 1920ern durch amerikanische Betriebe zogen und dort für
Unterhaltung sorgten.48|
Vgl. Motte-Haber (1996) 220.
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Etablieren konnte sich die Musik am Arbeitsplatz jedoch erst in den 1930er Jahren, als
die Möglichkeiten der Verbreitung und technischen Reproduktion ausgereifter waren.
Insbesondere die Firma Muzak, der »Mutterkonzern« der Berieselungsindustrie (s. u.),
sorgte seit ihrer Gründung im Jahre 1934 für eine Verbreitung im großen Stil.
Kurz vorher, in den 1920er Jahren, waren die ersten Studien zu diesem Thema
erschienen, etwa die »Hawthorne«-Studie zum Musikeinsatz in den gleichnamigen
Werken.49|
Diese und weitere frühe Studien zum Thema Musik und Arbeit finden sich zusammengefasst
bei Lundin, R: An objective psychology of music. Malabar, Florida 1985.
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Fast
alle frühen Untersuchungen scheinen nahe zu legen, dass es sich mit Musik besonders gut arbeiten
lässt, und gleichzeitig die Produktivität erhöht wird, bei monotonen Tätigkeiten sogar um bis zu
17 %.50|
Vgl. Motte-Haber (1996) 221.
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Uhrbrock
benennt fünf Kategorien von Studien, die sich mit den Effekten von Musikberieselung in der Arbeitswelt
beschäftigen:51|
Uhrbrock, R., a.a.O., zit. nach Rösing/Bruhn (1997) 1585.
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- populäre wissenschaftliche Einzelfallberichte ohne exakte Belege
- interessengeleitetes Werbematerial der Hersteller und Vertreiber von funktioneller
Musik
- Meinungsumfragen bei Arbeitnehmern
- von amtlichen Stellen in Auftrag gegebene Arbeiten
- wissenschaftliche Analysen von Labor- und Feldstudien
In den neueren, unabhängigen Studien werden die angeblichen Vorteile
der Musikberieselung relativiert bzw. es wird sogar gezeigt, dass sich bei
komplexeren Aufgabenbereichen Musik sogar kontraproduktiv auswirken
kann.52 |
Vgl. z. B.: Madsen, C.K.: Background music: competition for focus of attention. In Madsen,
C.K./Pricket, P. (Hg.): Applications of research in music behaviour, Tusacaloo, University of
Alabama, 1987, S. 315–325.
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Aufgrund dieser
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