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bei uns Zeitgenossen
in aller Regel eine gewisse Faszination aus, die namentlich bei Popularmusik
auf der jenem System immanenten Qualitätsschwankung und Fehlerhaftigkeit
der Interpretation basiert, wie man sie heute nur noch von Live-Vorträgen
kennt.
Neben die Schallplattentechnik trat schließlich ab den 1940er Jahren das elektrische Tonbandgerät.19 Zur frühen Verwendung und Typologie von Tonbandgeräten siehe Schröder, Hans Joachim:
Erika von Hornstein: Pionierin des Tonbandinterviews. In: BIOS 8 (1995) S. 41–58; Schafer
(wie Anm. 14) S. 168; Simon (wie Anm. 1) S. 95.-->
Mit der Tonbandtechnik wurde nun das Schneiden des aufgezeichneten Materials möglich und damit erstmals eine Nachbearbeitung der Aufzeichnung realisierbar, die in den 1960er Jahren schließlich auch das bisherige Produktionsverfahren bei den Schallplatten ablöste. Mit den transportablen, batteriebetriebenen Tonbandgeräten begann um die Mitte der 1950er Jahre ein großer Aufschwung der ethnomusikologischen Forschung. Parallel dazu entfaltete sich die Mikrophontechnik über verschiedene Richtcharakteristiken der Mikrophontypen und unterschiedliche Mikrophonverfahren.20 Zur Entwicklung und qualitativen Bewertung der Mikrophontechnik siehe Schüller, Dietrich:
Mikrophonverfahren für ethnomusikologische Schallaufnahmen. In: Hilscher/Antonicek (wie
Anm. 1) S. 119–144; Schüller, Dietrich: Methodik und Technik der phonographischen
Feldforschung. In: Walter Deutsch / Maria Walcher (Hg.): Sommerakademie Volkskultur 1993.
Wien 1994. S. 86–91; Blöchl, Arnold: A/V-Techniken in der Praxis. In: Deutsch/Walcher-->
Allerdings ist hier wie in allen gängigen Tonaufnahmeverfahren auch eine
volle Objektivität der Abbildung nicht möglich, da insbesondere die visuelle
Dokumentation des Geschehens fehlt und damit bei komplexeren Schallereignissen die
Nachvollziehbarkeit der auditiven Information an klare Grenzen stößt.
Mit der digitalen Schallaufzeichnung schließlich wurde der bei den Analogverfahren
eintretende Datenverlust beim mehrmaligen Abspielen und beim Kopieren
beseitigt.21
Damit lässt sich der ursprüngliche musikalische Input ohne Qualitätsunterschied weiterverarbeiten; das Original bleibt also gewissermaßen »in voller Reinheit« erhalten.22 Rhein (wie Anm. 14) S. 47.-->
Hier wird einerseits die derzeit höchste Qualität der Schallaufzeichnung erreicht. Andererseits kann nun jeder Teil eines Signals selektiert, in verschiedene Skalen gezoomt und zeitlich unlimitiert fortgeführt werden.23 Pintér, István: The computer as the newest tool of sound microscopy. In: Bruno B.
Reuer / Lujza Tari (Hg.): Perspektiven der Musikethnologie. Dokumentationstechniken und
interkulturelle Beziehungen. Beiträge des Internationalen Symposiums in Budapest-->
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