- 63 -Probst-Effah, Gisela (Hrsg.): Musikalische Volkskultur und elektronische Medien 
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bei uns Zeitgenossen in aller Regel eine gewisse Faszination aus, die namentlich bei Popularmusik auf der jenem System immanenten Qualitätsschwankung und Fehlerhaftigkeit der Interpretation basiert, wie man sie heute nur noch von Live-Vorträgen kennt.

Neben die Schallplattentechnik trat schließlich ab den 1940er Jahren das elektrische Tonbandgerät.19

Zur frühen Verwendung und Typologie von Tonbandgeräten siehe Schröder, Hans Joachim: Erika von Hornstein: Pionierin des Tonbandinterviews. In: BIOS 8 (1995) S. 41–58; Schafer (wie Anm. 14) S. 168; Simon (wie Anm. 1) S. 95.-->

19   Zur frühen Verwendung und Typologie von Tonbandgeräten siehe Schröder, Hans Joachim: Erika von Hornstein: Pionierin des Tonbandinterviews. In: BIOS 8 (1995) S. 41–58; Schafer (wie Anm. 14) S. 168; Simon (wie Anm. 1) S. 95.

Mit der Tonbandtechnik wurde nun das Schneiden des aufgezeichneten Materials möglich und damit erstmals eine Nachbearbeitung der Aufzeichnung realisierbar, die in den 1960er Jahren schließlich auch das bisherige Produktionsverfahren bei den Schallplatten ablöste. Mit den transportablen, batteriebetriebenen Tonbandgeräten begann um die Mitte der 1950er Jahre ein großer Aufschwung der ethnomusikologischen Forschung. Parallel dazu entfaltete sich die Mikrophontechnik über verschiedene Richtcharakteristiken der Mikrophontypen und unterschiedliche Mikrophonverfahren.20

Zur Entwicklung und qualitativen Bewertung der Mikrophontechnik siehe Schüller, Dietrich: Mikrophonverfahren für ethnomusikologische Schallaufnahmen. In: Hilscher/Antonicek (wie Anm. 1) S. 119–144; Schüller, Dietrich: Methodik und Technik der phonographischen Feldforschung. In: Walter Deutsch / Maria Walcher (Hg.): Sommerakademie Volkskultur 1993. Wien 1994. S. 86–91; Blöchl, Arnold: A/V-Techniken in der Praxis. In: Deutsch/Walcher-->

20   Zur Entwicklung und qualitativen Bewertung der Mikrophontechnik siehe Schüller, Dietrich: Mikrophonverfahren für ethnomusikologische Schallaufnahmen. In: Hilscher/Antonicek (wie Anm. 1) S. 119–144; Schüller, Dietrich: Methodik und Technik der phonographischen Feldforschung. In: Walter Deutsch / Maria Walcher (Hg.): Sommerakademie Volkskultur 1993. Wien 1994. S. 86–91; Blöchl, Arnold: A/V-Techniken in der Praxis. In: Deutsch/Walcher (wie vorstehend) S. 106–119.

Zur monophonen Aufnahme kam um 1940 die Stereophonie, dann die Mehrkanal- und die Playbacktechnik. Mit der Kunstkopfstereophonie und verwandten Verfahren wurden Lösungen gesucht, die dem natürlichen Hören möglichst nahe kommen.

Allerdings ist hier wie in allen gängigen Tonaufnahmeverfahren auch eine volle Objektivität der Abbildung nicht möglich, da insbesondere die visuelle Dokumentation des Geschehens fehlt und damit bei komplexeren Schallereignissen die Nachvollziehbarkeit der auditiven Information an klare Grenzen stößt.

Mit der digitalen Schallaufzeichnung schließlich wurde der bei den Analogverfahren eintretende Datenverlust beim mehrmaligen Abspielen und beim Kopieren beseitigt.21

Zur Technik des Digitalisierungsverfahrens siehe u. a. Will, Udo: Sampling und Musik-Analyse. In: Helmut Schaffrath (Hg.): Computer in der Musik. Über den Einsatz in Wissenschaft, Komposition und Pädagogik. Stuttgart 1991. S. 51–65, bes. S. 52f.-->

21   Zur Technik des Digitalisierungsverfahrens siehe u. a. Will, Udo: Sampling und Musik-Analyse. In: Helmut Schaffrath (Hg.): Computer in der Musik. Über den Einsatz in Wissenschaft, Komposition und Pädagogik. Stuttgart 1991. S. 51–65, bes. S. 52f.

Damit lässt sich der ursprüngliche musikalische Input ohne Qualitätsunterschied weiterverarbeiten; das Original bleibt also gewissermaßen »in voller Reinheit« erhalten.22

Rhein (wie Anm. 14) S. 47.-->

22   Rhein (wie Anm. 14) S. 47.

Hier wird einerseits die derzeit höchste Qualität der Schallaufzeichnung erreicht. Andererseits kann nun jeder Teil eines Signals selektiert, in verschiedene Skalen gezoomt und zeitlich unlimitiert fortgeführt werden.23

Pintér, István: The computer as the newest tool of sound microscopy. In: Bruno B. Reuer / Lujza Tari (Hg.): Perspektiven der Musikethnologie. Dokumentationstechniken und interkulturelle Beziehungen. Beiträge des Internationalen Symposiums in Budapest-->

23   Pintér, István: The computer as the newest tool of sound microscopy. In: Bruno B. Reuer / Lujza Tari (Hg.): Perspektiven der Musikethnologie. Dokumentationstechniken und interkulturelle Beziehungen. Beiträge des Internationalen Symposiums in Budapest (22.–26. April 1990). München 1994. S. 32–38, bes. S. 34.

Im Bereich der Aufnahmetechnik haben sich neben den DAT-Recordern vor allem die digitalen Formate wie zum Beispiel die Minidisc verbreitet. Dabei handelt es sich um extrem kleine Tonträger infolge von Datenreduktionsalgorithmen, die aus dem tatsächlichen Klangspektrum wiederum nur einen engeren hörbaren Bereich

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