- 65 -Probst-Effah, Gisela (Hrsg.): Musikalische Volkskultur und elektronische Medien 
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  • Zweitens muss sich der Forscher vorab genau über den Aufzeichnungsinhalt und dessen kulturellen Kontext informieren.
  • Drittens soll der Aufzeichnungsvorgang mitsamt den auf ihn einwirkenden Faktoren zusätzlich protokolliert werden.
  • Viertens sollte die Aufnahme nach Möglichkeit im Anschluss den Betroffenen zugänglich gemacht werden und deren Einschätzung dazu registriert werden (Feedback-Interviews etc.), um der Außensicht der Forscher die Innensicht der Akteure an die Seite zu stellen.26
  • Baumann, Max Peter: Aspekte zum Problem musikalischer Ethnographie. In: Deutsche Gesellschaft für Musik des Orients (wie Anm. 5), S. 12–36. Zur konzeptionellen Gestaltung von Feldforschungen siehe auch Barz/Cooley (wie Anm. 7) sowie Thiel, Helga: Zur Herstellung wissenschaftlicher Tondokumente und zu deren Beurteilung durch die Phonographierten. In: Jahrbuch für Volksliedforschung 30 (1985) S. 81–88; Thiel, Helga: Möglichkeiten der Aufzeichnung und ergänzenden Datengewinnung. Außen- und Innenansichten, Feedback-Interview. In: Deutsch/Walcher (wie Anm. 20), S. 92–97; Thiel, Helga: Zu phonographisch-videographischen Dokumentationen der Tschechen, Slowaken und Ungarn aus Wien. In: Hilscher/Antonicek (wie Anm. 1), S. 475–494. – Augenfällig sind die weithin dürftigen bzw. fehlenden Darstellungen technischer Details im Umgang mit audiovisuellen Geräten in vielen jüngeren Methodenhandbüchern wie z. B. Burgess, Robert G.: In the Field. An Introduction to Field Research. London/New York 1984; Göttsch, Silke / Albrecht Lehmann (Hg.): Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin 2001; Girtler, Roland: Methoden der Feldforschung. Wien u. a. 2001 (4. Aufl.); Beer, Bettina (Hg.): Methoden und Techniken der Feldforschung. Berlin 2003; Brad, Jolly: Videotaping Local History. Nashville, Tennessee 1982; Ives, Edward D.: The Tape-Recorded Interview. A Manual for Fieldworkers in Folklore and Oral History. Knoxville 1995 (2. Aufl.) und auch Schwind-Gross, Nicole: Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben. Kassel u. a. 1999 (4. Aufl.). -->

    26   Baumann, Max Peter: Aspekte zum Problem musikalischer Ethnographie. In: Deutsche Gesellschaft für Musik des Orients (wie Anm. 5), S. 12–36. Zur konzeptionellen Gestaltung von Feldforschungen siehe auch Barz/Cooley (wie Anm. 7) sowie Thiel, Helga: Zur Herstellung wissenschaftlicher Tondokumente und zu deren Beurteilung durch die Phonographierten. In: Jahrbuch für Volksliedforschung 30 (1985) S. 81–88; Thiel, Helga: Möglichkeiten der Aufzeichnung und ergänzenden Datengewinnung. Außen- und Innenansichten, Feedback-Interview. In: Deutsch/Walcher (wie Anm. 20), S. 92–97; Thiel, Helga: Zu phonographisch-videographischen Dokumentationen der Tschechen, Slowaken und Ungarn aus Wien. In: Hilscher/Antonicek (wie Anm. 1), S. 475–494. – Augenfällig sind die weithin dürftigen bzw. fehlenden Darstellungen technischer Details im Umgang mit audiovisuellen Geräten in vielen jüngeren Methodenhandbüchern wie z. B. Burgess, Robert G.: In the Field. An Introduction to Field Research. London/New York 1984; Göttsch, Silke / Albrecht Lehmann (Hg.): Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin 2001; Girtler, Roland: Methoden der Feldforschung. Wien u. a. 2001 (4. Aufl.); Beer, Bettina (Hg.): Methoden und Techniken der Feldforschung. Berlin 2003; Brad, Jolly: Videotaping Local History. Nashville, Tennessee 1982; Ives, Edward D.: The Tape-Recorded Interview. A Manual for Fieldworkers in Folklore and Oral History. Knoxville 1995 (2. Aufl.) und auch Schwind-Gross, Nicole: Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben. Kassel u. a. 1999 (4. Aufl.).

    Im volkskundlichen und ethnologischen Filmschaffen hat sich dabei der hinter diesen konzeptionellen Anweisungen stehende Paradigmenwechsel besonders plakativ vollzogen. Die klassische Forschung legte ihre Filme als ein möglichst detailgetreues Abbild von Realitätsausschnitten an, die jedoch aus dem soziokulturellen Kontext herausgelöst waren. Dabei wurden die Sujets in der Regel so präsentiert, als seien sie hierzu weder gedanklich verarbeitet noch filmisch bearbeitet worden. Die Vertreter des neuen Forschungsansatzes dagegen wählen eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die am Alltag der gefilmten Menschen teilnimmt und mit einer bewussten Gestaltung eine nachvollziehbare Darstellung anstrebt, die sich vom Diktum einer kruden Realitätskopie distanziert.27

    Ballhaus, Edmund: Der volkskundliche Film. Ein Beitrag zur Theorie- und Methodendiskussion. In: Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung 21 (1987) S. 108–130; ders.: Der wissenschaftliche Film am Wendepunkt? Anmerkungen zum Stand und zu den Perspektiven des ethnologischen Films. In: Wissenschaftlicher Film Nr. 38/39 (1988) S. 149–152; ders.: Zwischen Forschung und Fernsehen. Zur Bandbreite volkskundlicher Filmarbeit. In: Brigitte Böhnisch-Brednich / Rolf W. Brednich / Helge Gerndt (Hg.): Erinnern und Vergessen. Vorträge des 27. Deutschen Volkskundekongresses Göttingen 1989. Göttingen 1991. S. 595–618; Böhl, Michael: Entwicklung des ethnologischen Films. Göttingen 1985; Husmann, Rolf (Hg.): Mit der Kamera in fremden Kulturen. Aspekte des Films in Ethnologie und Volkskunde. Emsdetten 1987, hierin insbesondere Schlumpf, Hans-Ulrich: Warum mich das Graspfeilspiel der Eipo langweilt. S. 49–67; Simon (wie Anm. 1) S. 98–104.-->

    27   Ballhaus, Edmund: Der volkskundliche Film. Ein Beitrag zur Theorie- und Methodendiskussion. In: Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung 21 (1987) S. 108–130; ders.: Der wissenschaftliche Film am Wendepunkt? Anmerkungen zum Stand und zu den Perspektiven des ethnologischen Films. In: Wissenschaftlicher Film Nr. 38/39 (1988) S. 149–152; ders.: Zwischen Forschung und Fernsehen. Zur Bandbreite volkskundlicher Filmarbeit. In: Brigitte Böhnisch-Brednich / Rolf W. Brednich / Helge Gerndt (Hg.): Erinnern und Vergessen. Vorträge des 27. Deutschen Volkskundekongresses Göttingen 1989. Göttingen 1991. S. 595–618; Böhl, Michael: Entwicklung des ethnologischen Films. Göttingen 1985; Husmann, Rolf (Hg.): Mit der Kamera in fremden Kulturen. Aspekte des Films in Ethnologie und Volkskunde. Emsdetten 1987, hierin insbesondere Schlumpf, Hans-Ulrich: Warum mich das Graspfeilspiel der Eipo langweilt. S. 49–67; Simon (wie Anm. 1) S. 98–104.

    Unabhängig von dieser stark erkenntnistheoretisch fundierten Problematik wurde seitens der Wissenschaft immer wieder die (auch forschungspraktische) Unzulänglichkeit nur akustischer Aufnahmen betont. Demnach kann auch die dokumentarisch treueste Tonaufnahme nur ein unvollkommenes Dokument des ganzheitlich-musikalischen Kommunikationsprozesses sein. Aus diesem Objektivitätsdilemma


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