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Baumann, Max Peter: Aspekte zum Problem musikalischer Ethnographie. In: Deutsche
Gesellschaft für Musik des Orients (wie Anm. 5), S. 12–36. Zur konzeptionellen
Gestaltung von Feldforschungen siehe auch Barz/Cooley (wie Anm. 7) sowie Thiel,
Helga: Zur Herstellung wissenschaftlicher Tondokumente und zu deren Beurteilung
durch die Phonographierten. In: Jahrbuch für Volksliedforschung 30 (1985) S. 81–88;
Thiel, Helga: Möglichkeiten der Aufzeichnung und ergänzenden Datengewinnung.
Außen- und Innenansichten, Feedback-Interview. In: Deutsch/Walcher (wie Anm. 20),
S. 92–97; Thiel, Helga: Zu phonographisch-videographischen Dokumentationen der
Tschechen, Slowaken und Ungarn aus Wien. In: Hilscher/Antonicek (wie Anm. 1),
S. 475–494. – Augenfällig sind die weithin dürftigen bzw. fehlenden Darstellungen
technischer Details im Umgang mit audiovisuellen Geräten in vielen jüngeren
Methodenhandbüchern wie z. B. Burgess, Robert G.: In the Field. An Introduction
to Field Research. London/New York 1984; Göttsch, Silke / Albrecht Lehmann
(Hg.): Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen
Ethnologie. Berlin 2001; Girtler, Roland: Methoden der Feldforschung. Wien u. a.
2001 (4. Aufl.); Beer, Bettina (Hg.): Methoden und Techniken der Feldforschung.
Berlin 2003; Brad, Jolly: Videotaping Local History. Nashville, Tennessee 1982;
Ives, Edward D.: The Tape-Recorded Interview. A Manual for Fieldworkers in
Folklore and Oral History. Knoxville 1995 (2. Aufl.) und auch Schwind-Gross, Nicole:
Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben. Kassel u. a.
1999 (4. Aufl.). -->
Im volkskundlichen und ethnologischen Filmschaffen hat sich dabei der hinter diesen konzeptionellen Anweisungen stehende Paradigmenwechsel besonders plakativ vollzogen. Die klassische Forschung legte ihre Filme als ein möglichst detailgetreues Abbild von Realitätsausschnitten an, die jedoch aus dem soziokulturellen Kontext herausgelöst waren. Dabei wurden die Sujets in der Regel so präsentiert, als seien sie hierzu weder gedanklich verarbeitet noch filmisch bearbeitet worden. Die Vertreter des neuen Forschungsansatzes dagegen wählen eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die am Alltag der gefilmten Menschen teilnimmt und mit einer bewussten Gestaltung eine nachvollziehbare Darstellung anstrebt, die sich vom Diktum einer kruden Realitätskopie distanziert.27 Ballhaus, Edmund: Der volkskundliche Film. Ein Beitrag zur Theorie-
und Methodendiskussion. In: Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung 21 (1987)
S. 108–130; ders.: Der wissenschaftliche Film am Wendepunkt? Anmerkungen zum Stand
und zu den Perspektiven des ethnologischen Films. In: Wissenschaftlicher Film Nr. 38/39
(1988) S. 149–152; ders.: Zwischen Forschung und Fernsehen. Zur Bandbreite volkskundlicher
Filmarbeit. In: Brigitte Böhnisch-Brednich / Rolf W. Brednich / Helge Gerndt (Hg.):
Erinnern und Vergessen. Vorträge des 27. Deutschen Volkskundekongresses Göttingen 1989.
Göttingen 1991. S. 595–618; Böhl, Michael: Entwicklung des ethnologischen Films. Göttingen
1985; Husmann, Rolf (Hg.): Mit der Kamera in fremden Kulturen. Aspekte des Films in
Ethnologie und Volkskunde. Emsdetten 1987, hierin insbesondere Schlumpf, Hans-Ulrich:
Warum mich das Graspfeilspiel der Eipo langweilt. S. 49–67; Simon (wie Anm. 1) S. 98–104.-->
Unabhängig von dieser stark erkenntnistheoretisch fundierten Problematik wurde seitens der Wissenschaft immer wieder die (auch forschungspraktische) Unzulänglichkeit nur akustischer Aufnahmen betont. Demnach kann auch die dokumentarisch treueste Tonaufnahme nur ein unvollkommenes Dokument des ganzheitlich-musikalischen Kommunikationsprozesses sein. Aus diesem Objektivitätsdilemma |