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Im Vollzug eines psychischen Prozesses ergibt sich das Gefühl für die Wahrheit des Werkes. Das vermeintlich Erkannte ist ein bewusstseingemäßes Vorgestelltes. Wesentlich dabei ist, dass Gemeintes und Gegebenes zur Deckung kommen. Wie dies geschehen mag, hat Roman Ingarden in Anlehnung an Husserl und dessen phänomenologischen Programm für den Bereich der Kunst beschrieben. Bevor allerdings auf Ingarden eingegangen wird, seien zuvor einige Worte zu Husserl bzw. zur Phänomenologie getätigt: Der Wahlspruch »Zu den Sachen selbst« steht programmatisch für die Phänomenologie nach Husserl und suggeriert dieser philosophischen Richtung Fernstehenden im Grunde eine Auseinandersetzung mit der gegenständlichen Welt durch subjektiv Wahrnehmende. Indes ist eine solche nicht angestrebt, und die »Sachen«, die einer Wesensschau unterzogen werden sollen, sind gerade nicht der physikalischen Welt entnommen; sie sind rein geistiger Natur, Kopfgeburten. Das Phänomen bzw. »das Sich-so-an-ihm-selbst-zeigende« (Heidegger 171993: 31) erscheint im Spiegel geistiger Anschauung, wobei aus den Phänomenen ein Allgemeines zu abstrahieren gesucht ist. Legen wir dar, wie Husserl den Zugang zu den Sachen selbst sich vorstellt.
Was immer in der Welt wahrgenommen wird, ist intentional bedingt und allein aus einer bestimmten Perspektive wahrgenommen. Obwohl stets nur ein Teilstück von »etwas« zu sehen ist, wird bewusstseinsgemäß von dem Teilstück auf das Ganze geschlossen. Die eigentliche ganze Sache ist also stets gedacht vom Bewusstsein, das »etwas« Identisches, »Ganzes« denkt, mitnichten aber wahrnehmungstechnisch als Ganzes zu erfassen ist. Dieses Bewusstsein von »etwas«, dem demnach Sinn und Bedeutung vom Bewusstsein verliehen wird, ist von Husserl »Intentionalität« genannt.
Ein wahres Urteil kommt daher mit einem gegebenen Allgemeinen überein, wenn eine rein geistige »Wesensschau« auf den Weg gebracht wird, bei der alle impliziten wie expliziten Vorurteile, Theorien, Modelle . . . etc. ausgeschaltet werden, wo jedes Bedeuten immer aus einer bestimmten Sicht – einer »natürlichen Einstellung« vollzogen (»gerichtet«, interessegeleitet), intentional bestimmt ist. Das deutlich Machen